Kartenlegen mit Tarot
Das Wort Tarot entstammt der französischen Sprache und bezeichnet ein altes Kartenspiel, welches seit langer Zeit zum Wahrsagen und Kartenlegen verwendet wird. Ein Tarot-Deck besteht aus 78 Karten und wird unterteilt in 22 große Arkana und 56 kleine Arkana. Das Legen von Tarotkarten soll die Zukunft wiederspiegeln können. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen der Symbolik der gelegten Tarotkarten und dem Leben des Fragenden. Dieses Modell ist auf Carl Gustav Jung zurückzuführen und wird auch die esoterisch-spirituelle Erklärung von Tarot genannt.
Tarot steht nicht für eine hundertprozentig verlässliche Vorhersage von Ereignissen, die sich anschließend genau so in der Zukunft abspielen werden. Vielmehr geht es um Tendenzen, die sich aber durch unterschiedliches Handeln verändern lassen. Dieser Erklärungsansatz wird von den meisten Experten und Sehern, die professionelles Kartenlegen betreiben, geteilt.
Einige Wahrsager und Wahrsagerinnen bereiten sich auf das Kartenlegen ausgiebig vor, indem sie zum Beispiel Kerzen anzünden, meditieren oder sich mit spiritueller Musik auf die Sitzung einstimmen. Auch wenn auf solch eine Vorbereitung verzichtet wird, ist für das Tarot ein hohes Maß an Konzentration unbedingt erforderlich. Je nachdem in welche Richtung die Frage des Ratsuchenden geht, kann ein spezielles Tarot-Deck ausgewählt werden. Auch das System, mit welchem die Karten gelegt werden, kann variieren.
Unterschiedliche Tarot-Decks zum Kartenlegen
Im Laufe der Zeit entstand eine Vielzahl von unterschiedlichen Tarot-Decks, die sich nicht nur optisch unterscheiden. In verschiedenen Kulturen entwickelten sich völlig voneinander unabhängige Tarotkarten, die jedoch alle zum Wahrsagen verwendet wurden und werden. Einflussreiche Kulturen sind die ägyptische, indigene amerikanische, keltische, japanische, chinesische, afrikanische und die Kultur der Maya. Es gibt jedoch nicht nur Tarot-Decks, die einer bestimmten Kultur entsprangen, sondern auch personenbezogene Tarotkarten. So existiert beispielsweise ein Shakespeare-Tarot und ein William-Blake-Tarot. Ein eigenes Deck entworfen haben Künstler wie Dalí, Niki de Saint Phalle oder Hansruedi Giger. Zudem gibt es besondere Tarotkarten, die lediglich für spezielle Situationen und Anlässe erstellt wurden. Hierzu zählen zum Beispiel das Tarot der Liebe, das Edelstein-Tarot und das Baum-Tarot.
Marseille-Tarot
Das Marseille-Tarot wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Nicolas Conver entworfen und ist heutzutage unter dem Namen Tarot de Marseille bekannt. Als Vorlage für die Motive dienten alte Holzstiche, welche in den Farben Blau, Rot, Gelb und Grün vorhanden waren. Diese vier Farben werden mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde in Verbindung gebracht. Auf dem Marseille-Tarot basieren folgende später erntwickelte Decks: Tarot de Besancon, 1JJ und Oswald-Wirth-Tarot.
Crowley-Tarot
Das nach Aleister Crowley benannte Deck ist auch unter dem Namen Thoth-Tarot bekannt. Erschaffen wurde es im Jahr 1944 von Lady Frieda Harris und Aleister Crowley. Das für seine kunstvolle und detaillreiche Motive berühmte Deck wurde fast im Alleingang von Lady Harris gestaltet. Der als Schwarzmagier bekannte Crowley schrieb in seinem Werk Das Buch Thoth genaue Instruktionen zur Benutzung für das Kartenlegen nieder. Das heute noch sehr beliebte Karten-Deck diente als Vorlage für das Haindl-Tarot, das Cosmic Tribe-Tarot und das Liber-T-Tarot.
